Afrikanische Schweinepest erstmals in der Tschechischen Republik und Rumänien aufgetreten

Die Afrikanische Schweinepest kommt immer näher !!!

  • Foto: Erich Marek

    Foto: Erich Marek

01.07.2017

Kurznachrichten des Friedrich-Löffler-Institutes (FLI):

 

Afrikanische Schweinepest erstmals in der Tschechischen Republik aufgetreten

 

30.06.2017  Kurznachrichten FLI (Update 12.12.2017)

 

Am 27. Juni 2017 wurde in der Tschechischen Republik zum ersten Mal Afrikanische Schweinepest bei zwei tot aufgefundenen Wildschweinen festgestellt. Der Fundort liegt nahe der Stadt Zlín in Mähren im Südosten. Auch in diesem Fall hat sich bestätigt, dass die Verschleppung des Virus durch den Menschen ein besonders großes Risiko darstellt. Mittlerweile wurden mindestens 183 tote Tiere aufgefunden. In Rumänien sind vor einigen Wochen bei Hausschweinen ebenfalls die ersten Fälle aufgetreten.

 

In Polen kam es mittlerweile auch wieder zu einem Sprung im Seuchengebiet. Plötzlich tritt die Seuche auch im Raum Warschau auf und ist somit erneut ein Stück weiter nach Westen gesprungen. Die polnischen Seuchengebiete sind somit auch nicht mehr zusammenhängend. In diesem neuen Gebiet tritt nun seit kurzem auch vermehrt die Seuche bei Wildschweinen auf. Dieses Gebiet ist ebenfalls auf der Karte des FLI (Link weiter unten im Text) zu sehen.

 

Nach Angaben der zuständigen Behörden ist die Infektion höchstwahrscheinlich auf die Reisetätigkeit von Personen zurückzuführen. Der nächstgelegene ASP-Nachweis in der Ukraine liegt mehr als 400 km entfernt.  Lebensmittel aus Haus- oder Wildschweinefleisch stellen ein großes Risiko dar.

 

Ein achtlos weggeworfenes Wurstbrötchen kann ausreichen, um das Virus auf Wild- und Hausschweine zu übertragen. In nicht gegarten Schweineprodukten (z.B. Haus- oder Wildschweinsalami/-schinken) bleibt das Virus der ASP über längere Zeit stabil. Über das Verfüttern oder die unsachgemäße Entsorgung von entsprechenden Produkten, beispielsweise Wegwerfen von Resten an Rastplätzen, können sich Wildschweine mit dem Erreger infizieren. Daher besteht insbesondere für die Einschleppung des Krankheitserregers über Personen und Fahrzeuge in die Wildschweinpopulation in Deutschland ein hohes Risiko.

 

Unbehandelte Jagdtrophäen aus betroffenen Ländern (Polen, Estland, Lettland, Litauen, Moldawien, Weißrussland, Ukraine, Tschechische Republik und auch Sardinien) stellen ebenfalls ein Einschleppungsrisiko dar. Daher ist besonders bei (Jagd)reisen in diese Länder äußerste Vorsicht geboten. 

 

Erhöhte Wachsamkeit ist nicht nur für Schweinehalter, Jäger und Tierärzte, sondern allgemein angezeigt. Tot aufgefundene Wildschweine sind unbedingt den zuständigen Behörden zu melden, die eine Untersuchung sowie die unschädliche Beseitigung der Kadaver veranlassen. Höchste Priorität hat die Verhinderung eines Ausbruchs der ASP in Deutschland. Sollte es dennoch zur Einschleppung in die Wildschweinbestände in Deutschland kommen, so muss dies so früh wie möglich erkannt werden. Nur dann besteht die Möglichkeit der erfolgreichen Seuchenkontrolle. 

 

Aufgrund der Gefahrenlage kommt den Hygienemaßnahmen bei der Jagd besondere Bedeutung zu. Zu diesen Maßnahmen gehören die Vermeidung der Kontamination von Kleidung und Fahrzeugen mit Blut von Wildschweinen, das Tragen von Handschuhen beim Aufbrechen sowie die gründliche Reinigung aller Werkzeuge, des Schuhwerks und der Transportbehälter.

 

Weitere Infos im Internet direkt beim FLI

Die aktuelle ASP Verbreitungskarte (12.12.2017) finden sie hier.

Erstellt am 01.07.2017
Zurück zur Übersicht