Afrikanische Schweinepest - Erlass des MLR vom 15.12.2017

Update: Das Ministerium Ländlicher Raum und Verbraucherschutz hat alle Jagdbehörden über geänderte Regelungen zur Intensivierung des Monitorings und Verstärkung der Schwarzwildbejagung informiert und eine Allgemeinverfügung erlassen.

Erstellt am 09.11.2017

Zur vorbeugenden Seuchenbekämpfung hat das MLR als zuständiges Ministerium mit Datum vom 03.11.2017 folgende Regelungen bzgl. der Verwendung von künstlichen Lichtquellen zur Bejagung von Schwarzwild und dem fahrlässigen Abschuss einer zur Aufzucht notwendigen Bache erlassen. Mit Schreiben vom 15.12.2017 wurde auch die Entsprechende Allgemeinverfügung publiziert. 

 

1. Intensivierung des Schweinepestmonitorings bei Schwarzwild

Das hohe Eintragsrisiko dieser Tierseuche erfordert ein verstärktes Schweinepestmonitoring. Je frühzeitiger der Eintrag der Seuche erkannt wird, desto größer sind die Chancen einer wirksamen Bekämpfung und damit einer Begrenzung der Schäden. Die im Erlass des MLR vom 13.12.2016 Az.: 33-9122.20 und 33-9122.50 vorgegebenen Probenkontingente für einzelne Land- bzw. Stadtkreise sind als Mindestkontingente für die unbedingt einzureichende Anzahl an Proben zu verstehen. 

 

Im Landkreis Ravensburg sind es mindestens 66 notwendige Proben zum Monitoring der Schweinepest. Die Bitte ist hier ganz klar an die Jägerschaft gerichtet bei der so wichtigen Beprobung aktiv mitzuarbeiten. Aktuell liegen wir noch weit hinter den notwendigen Proben. Wir bitten die Jägerinnen und Jäger daher unbedingt um die Beprobung bei aufgefundenem und erlegtem Schwarzwild.

 

2. Verwendung von künstlichen Lichtquellen: 

Zur Prävention der Afrikanischen Schweinepest sind angesichts der drohenden wirtschaftlichen Schäden die jagdlichen Bemühungen zu intensivieren und deren Erfolgschancen möglichst zu steigern. Die oberste Jagdbehörde beabsichtigt daher, im Wege der Allgemeinverfügung das sachliche Verbot zur Verwendung künstlicher Lichtquellen bei der Jagd auf Schwarzwild einzuschränken. 

Eine Allgemeinverfügung zur Zulassung einer Ausnahme zum Verbot der Verwendung künstlicher Lichtquellen in § 31 Absatz 1 Nummer 10 a JWMG ist in Vorbereitung. 

Die Unteren Verwaltungsbehörden werden über die Veröffentlichung der Allgemeinverfügung informiert werden. Bis zum Inkrafttreten der Allgemeinverfügung sind Zuwiderhandlungen nicht mehr als jagdrechtliche Ordnungswidrigkeiten zu verfolgen, da in der Regel kein öffentliches Interesse an der Verfolgung besteht. 

Die Vorgaben des Waffenrechts sind jedoch weiterhin zu beachten. Insbesondere wird darauf hingewiesen, dass die künstlichen Lichtquellen keinesfalls mit der Schusswaffe verbunden werden dürfen. 

Ebenso soll die Wirksamkeit durch ein Monitoring überprüft werden und nach einer entsprechenden Anwendungszeit sollen die Anwendungserfahrungen evaluiert werden. Die Allgemeinverfügung vom 15.12.2017 wird daher bis zum 31. März 2019 befristet werden.  

 

3. Regelungen zum Elterntierschutz bei Schwarzwild im Rahmen von Bewegungsjagden: 

Zur Prävention der Afrikanischen Schweinepest sind effizient durchgeführte Drückjagden unerlässlich. Dabei ist der Schwerpunkt auf die Erlegung der Frischlinge zu setzen. Die Ergebnisse der Wildforschung unterstreichen jedoch auch die Notwendigkeit, adulte Bachen zu erlegen, da diese eine ganz entscheidende Rolle bei der Reproduktion spielen. § 41 Abs. 3 JWMG verbietet bis zum Selbstständigwerden der Jungtiere die Bejagung der für die Aufzucht notwendigen Elterntiere. Eine fahrlässige Zuwiderhandlung stellt nach § 67 Abs.3 JWMG eine Ordnungswidrigkeit dar. Mit Blick auf Schwarzwild wird aus gegebenem Anlass wie folgt informiert:

  • Nach dem Stand der wildbiologischen Forschung gilt bei Schwarzwild die Abhängigkeit von Frischlingen bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Frischlinge ihre Streifen verlieren.
  • Basierend auf den reproduktionsbiologischen Erkenntnissen beim Schwarzwild ist außerdem im Zeitraum von Mitte Oktober bis Ende Januar nur in Ausnahmefällen mit abhängigen gestreiften Frischlingen zu rechnen. Dennoch können gestreifte Frischlinge im Treiben einer Drückjagd auftauchen. Das Risiko des Fehlabschusses einer zur Aufzucht notwendigen Bache führt in solchen Situationen häufig zu einer Verunsicherung bei der Schussabgabe.                         

Ein fahrlässiger Abschuss einer für die Aufzucht notwendigen Bache im Rahmen von Bewegungsjagden im Zeitraum vom 15. Oktober bis 31. Januar ist künftig nicht mehr als Ordnungswidrigkeit zu verfolgen, da in der Regel kein öffentliches Interesse an der Verfolgung besteht. Von einer Aufforderung zur Selbstanzeige an die Erlegerinnen und Erleger ist in diesen Fällen abzusehen. Dies gilt nicht bei vorsätzlicher Erlegung einer zur Aufzucht notwendigen Bache.

 

Zusätzlich gibt es noch folgenden Hinweis: Die weitgehend fehlende Mast in diesem Winter lässt die Kirrjagd auf Schwarzwild vergleichsweise erfolgreich erscheinen. Die Ansitzjagd an der Kirrung ist daher im Rahmen der geltenden rechtlichen Bestimmungen zu intensivieren.        

 

Die Kreisjägervereinigung Ravensburg e.V. plant im Februar 2018 eine große Informationsveranstaltung zum Thema "Afrikanische Schweinepest". Weitere Infos zu dieser Veranstaltung folgen hier im Internet sowie zu gegebener Zeit im "Jäger in Baden-Württemberg".

Erstellt am 09.11.2017
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